ÖGJ

Gewerkschaftsjugend und Minister Stöger im Kampf für mehr Lehrlingsrechte

„Lehre attraktiver machen. Lehrlinge entlasten. Wirtschaft fördern.“

Wien (OTS) - Am 5. September veranstaltete die ÖGJ – Österreichische Gewerkschaftsjugend eine Pressekonferenz mit Alois Stöger. Das Besondere an der Präsenz des Arbeits- und Sozialministers: Er absolvierte eine Lehre als Maschinenschlosser bei der VÖEST in Linz, ist selbst Gewerkschafter, als Mühlviertler war er zudem Vorsitzender der oberösterreichischen Gewerkschaftsjugend.

In den letzten Jahren hat die ÖGJ viel erreicht, daher wird der Kampf für die Rechte von jungen ArbeitnehmerInnen auch mit prominenter Unterstützung fortgesetzt. „Wir brauchen in Österreich eine Interessenvertretung, die sich dort einsetzt, wo junge Menschen tatsächlich sind. Es braucht gerade in den Betrieben JugendvertreterInnen, die Positionen junger Menschen in einem betrieblichen Setting stärken“, so Bundesminister Alois Stöger. Im Mittelpunkt der heutigen Pressekonferenz standen zwei Forderungen für Lehrlinge, zumal von Arbeitssuchenden immer mehr Flexibilität gefordert wird. Daher nimmt sich die Gewerkschaftsjugend dieser Thematik mit ihren beiden neuen Kampagnen „Gratis Führerschein für Lehrlinge“ und „Internatskosten weg!“ an.

„Gratis Führerschein für Lehrlinge"

Vor allem für Lehrlinge am Land ist der Führerschein oft eine Notwendigkeit, weiß Susanne Hofer, Bundesjugendvorsitzende der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten – Druck, Journalismus, Papier) aus Gesprächen mit jungen Menschen. „Am Land bist du ohne Auto verloren“, kann die gebürtige Steierin selbst verifizieren. Das gilt für alltägliche Fahrten und Wege genauso wie für die Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes. Die Gewerkschaftsjugend fordert daher, dass Lehrlinge im Rahmen der Berufsschule die Möglichkeit bekommen, kostenlos den Führerschein zu machen „Der Führerschein ist oft Entscheidungsgrundlage, ob ein Lehrling nach der Lehre einen Job bekommt, oder nicht, denn in vielen Branchen ist der Führerschein unverzichtbar“, versichert auch ÖGB-Bundesjugendvorsitzender Sascha Ernszt aus eigener Erfahrung.

Stöger ergänzend: „Die Betriebe sind nicht dort, wo es Verkehrsmittel gibt, die um diese Zeit wo der Betrieb beginnt, auch zur Verfügung stehen. Das macht für viele Lehrlinge auch ein Problem.“ Auch klassische Berufe wie Monteure, oder auch Köche sind auf den Führerschein angewiesen, wenn es beispielsweise um die Bestellung eines Caterings ginge. „Darüber hinaus verlangt der Arbeitsmarkt in Zukunft noch mehr Flexibilität und Mobilität. Der Führerschein ist eine notwendige Qualifikation“, so Stöger. Diese Mobilität müsse auch in der Ausbildung unterstützt werden. „Ich unterstützte daher die Forderung der Gewerkschaftsjugend ausdrücklich“, betonte Stöger abschließend.

„Internatskosten weg!“

Die Umsetzung der zweiten Kampagne nach kostenlosem Internat für Lehrlinge sieht „Zimmer statt Zelt“-Initiatorin Susanne Hofer als längst fällig. Sie sorgte bereits mit ihrer kreativen Aktion, vor der Wirtschaftskammer Österreich zu campieren, für Diskussionsstoff und regen Zuspruch.

Beim „Lehrlingsmonitor“ - der ersten und einzigen Studie bezüglich Lehrlingen - ist das fatale Ergebnis, dass das Berufsschulinternat sowohl zeitlich, wie auch finanziell eine große Belastung für die Lehrlinge und allen voran ihren Erziehungsberechtigen ist. Ein großer Teil davon muss jedes Jahr bis zu 1.000 Euro - in manchen Fällen noch mehr - für die Übernachtung in einem Internat aufwenden. „Gerade als Gewerkschaftsjugend setzen wir uns für kostenlose Bildung ein. Und deshalb müssen diese Internatskosten weg“, zeigt sich ÖGJ-Ernszt kämpferisch. Auch Betriebe unterstützen diese Initiative. Die ÖGJ will eine breite Unterstützung für ihr Anliegen, um bei der Politik Gehör zu finden. Die Online-Petition kann unter www.internatskosten.at unterzeichnen werden.

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