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Südsudan - ein Volk leidet

Krieg, Armut und Flüchtlingschaos: Im Südsudan herrscht Gesetzlosigkeit udn das Volk leidet Hunger. Sogar ÄrztInnen sind gefährdet und die medizinische Versorgung ist am Boden.

Franko Petri

Die Hoffnung war groß, als sich der christliche Südsudan vom muslimischen Norden 2011 abgespalten hat und zum jüngsten Staat der Welt wurde. Nach zwei Jahren Frieden begann ein Konflikt, der bis heute andauert. Nun versinkt der Staat, der siebenmal so groß ist wie Österreich, seit Jahren in Bürgerkrieg, Armut und Hunger. Der Grund für diese Entwicklung war ein Streit um die Macht zwischen Präsident Salva Kür vom Stamm der Dinka und dem Vizepräsidenten Riek Machar vom Stamm der Nuer. Aber auch andere Stämme kämpfen gegeneinander in dem Land, in dem 60 verschiedene Sprachen gesprochen werden.

Vier Millionen auf der Flucht.
In den letzten fünf Jahren mussten vier Millionen der zwölf Millionen EinwohnerInnen aus den Kriegsgebieten fliehen. Sie leben im Elend in riesigen Flüchtlingslagern. Weite Teile des Landes werden von mehreren Rebellenarmeen kontrolliert, Gesetze gelten nicht und Kriegsverbrechen sind an der Tagesordnung. Mehr als 50.000 Menschen wurden getötet, darunter viele ZivilistInnen. Soldaten und Rebellen rauben, plündern und brennen die Dörfer nieder.

Hunger, Armut und Gewalt.
Die Bauern trauen sich nicht mehr auf die Felder, weil sie dort massakriert werden. Und so herrscht Hunger und Armut. Vergewaltigung wird als Kriegswaffe eingesetzt, Kinder entführt und zu Soldaten trainiert. Die ganze Bevölerkung leidet, weil die dringende medizinische Hilfe fehlt. Die Vereinten Nationen und Hilfsorganisationen gelangen nicht überall hin, weil sogar MitarbeiterInnen von Hilfsorganisationen entführt, beraubt und getötet werden.

Krankheit.
Besonders schlimm ist das für Tausende Jugendliche, die unter einer schrecklichen Krankheit leiden, der sogenannten Nickkrankheit. Eine Form von Epilepsie, die spätestens im Alter von 30 Jahren zum sicheren Tod führt. Sie kommt nur in einigen Gegenden des Südsudans vor. Manchmal sind ganze Familien betroffen. Die Krankheit tirfft nur Kinder zwischen fünf und 15 Jahren. Es beginnt mit einem seltsamen Nicken, die Betroffenen fallen plötzlich um und winden sich in Krämpfen. Die Anfälle treten meistens mehrere Male am Tag auf, besonders beim Essen.

Heilung ungewiss.
Mit jedem Anfall wird das Gehirn weiter geschädigt und der ganze Körper verfällt. 25-jährige sehen dann aus wie achtjährige Kinder, weil ihr Wachstum gehemmt wird. Manchmal fallen die Jugendlichen beim Kochen ins Feuer und haben schwere Verbrennungen, die sie erst bemerken, wenn der Anfall vorbei ist. Andere fallen beim Wasserholen in den Fluss und ertrinkt. Noch weiß niemand, was die Krankheit verursacht. Solange der Krieg im Land weitergeht, sind weder größere Forschungen möglich noch Heilung in Sicht.

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