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ÖGJ

„Brich aus deiner Blase aus!"

Geht es um Menschenrechte, kommt niemand an Amnesty International vorbei. hallo! sprach mit Heinz Patzelt, Generalsekretär des österreichischen Ablegers.

Das Interview führt Roderick Schön-Szavai

Woher kommt Ihr Interesse an Menschenrechten?

Das erwachte früh. Ein Spruch meiner Eltern war: "Stelle dich hinten an, aber lass dich nicht wegschubsen!"

Ist die Situation der Menschenrechte in Demokratien immer besser als in Diktaturen?

Ja. Aber auch Demokratien können Menschenrechte verletzen. Grundsätzlich könnte ein gutmütiger Diktator seine Macht dafür einsetzen, Menschenrechte wirksam durchzusetzen. In der Praxis macht das kein Diktator.

Und wer schützt sie?

Zuallerst und am Ende immer wir selbst! Menschenrechte brauchen aber auch eine Polizei, die sie schützt. Eine waffenlose Welt ist ein wunderschönes Zukunftsbild, aber die letzte Person, die die Waffe abgeben sollte, soll eine vertrauenswürdige Polizistin bzw. ein vertrauenswürdiger Polizist sein. Darum ist die Diskussion um die Bewaffnung der Bevölkerung in den USA, um Amokläufe zu verhindern, nur ein Zeichen der Hilflosigkeit.

Sind die strengeren Zuwanderungsregelungen verknüpft mit dem Themenkomplex Asyl?

Das Asylrecht ist heilig und muss getrennt werden von Diskussionen um Migration. Aber beides muss menschenwürdig gestaltet werden. Die von unserer Regierung präsentierte unfassbare Idee, Menschen in Lybien durch Piraten mit dem Titel Küstenwache festgehalten und versorgt sehen zu wollen, hat nichts mit Menschenwürde zu tun. Wenn Kurz und Kickl meinen, die Speerspitze der Abschaffung des Asylrechts in Europa sein zu wollen, macht mich das zornig.

Warum tut sich Österreich so schwer mit diesem Thema?

Dies ist eine Tendenz, die wir europaweit sehen. Solidarität gibt es oft nur unter Menschen mit knappen Ressourcen. Je besser es einem geht, desto größer ist die Angst, den Wohlstand durch das Teilen zu verlieren.

Was kann ein einzelner junger Mensch bewirken?

Wer beginnt, Verantwortung zu übernehmen, dem kann ich nur raten: Lerne, dich gut und unabhängig zu informieren, um dir deine Meinung auf der Grundlage eines seriösen Fundaments zu bilden. Aus dieser Verantwortung entsteht Veränderung.


Wer schützt die AktivistInnen von Amnesty International bei ihrer gefährlichen Arbeit?

Unsere ehrenamtlichen AktivistInnen sind nur selten selbst in den Krisengebieten tätig. Aber sie sorgen in unserem riesigen Netzwerk dafür, dass Menschen, die an vorderster Front arbeiten, so viel Schutz und Öffentlichkeit bekommen wie möglich.

Wordrap:

Streik: Abwehr
Verantwortung: schwerwiegend
Fairness: ganz wichtig
Jugend: beste Zeit im Leben
Zukunft: herausfordernd
Solidarität: Menschenrechte

INFO:

Amnesty International (AI) ist die größte Menschenrechtsorganisation der Welt und vereint über sieben Millionen AktivistInnen. AI setzt sich auf allen Ebenen für Menschenrechte ein und informiert über Schicksale, Verstöße und mobilisiert die Öffentlichkeit. Unterstütze auch du AI auf www.amnesty.at.

 

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