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ÖGJ

„Jugendliche vertreten Jugendliche hat sich bewährt“

hallo! hat mit Sascha Ernszt, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend, über das neue Regierungsprogramm und die darin geplante Abschaffung des Jugendvertrauensrats (JVR) gesprochen.

Das Interview führt Barbara Kasper

"Die neue Regierungskoalition aus ÖVP und FPÖ hat im Dezember ihr Regierungsprogramm vorgestellt. Welche positiven Aspekte gibt es aus deiner Sicht für Lehrlinge?"

"Positiv ist, dass die neue Regierung die Facharbeit stärken will und auch die Lehrlingsausbildung aufgewertet und neu ausgerichtet werden soll. Ziel ist, Lehrpläne und Berufsbilder hinsichtlich künftiger Herausforderungen weiterzuentwickeln. Lehrlingen soll es zukünftig auch leichter gemacht werden, eine Fachhochschule zu besuchen. Das klingt zwar alles gut, wichtig wäre hier aber in einem ersten Schritt, dass Betriebe jungen Menschen die Lehre mit Matura in der Arbeitszeit ermöglichen."

"Was sind Herausforderungen in der Entwickllugn von Lehrberufen?"

"Wir denken hier ganz stark an die Digitalisierung, die die Arbeitswelt ja jetzt schon massiv verändert. Da muss man bei der Weiterentwicklung von Lehrberufen in die Zukunft schauen. Es dürfen nicht nur die Interessen der Arbeitgeber abgedeckt werden, indem kurzfristigen Trends hinterhergelaufen wird. Die Lehrlingsausbildung muss jungen Menschen eine gute und breite Basis bieten, die auch soziale und digitale Kompetenzen sowie Fremdsprachenkenntnisse enthält. Nur dann ergeben sich auch nach der Lehre viele Jobmöglichkeiten."

"Im Regierungsprogramm heißt es auch: "Das aktive Wahlalter bei Betriebsratswahlen wird von 18 auf 16 Jahre gesenkt (Harmonisierung mit "Wählen ab 16") und ersetzt den Jugendvertrauensrat" Was sagst du dazu?"

"Dass das aktive Wahlrecht bei Betriebsratswahlen auf 16 gesenkt werden soll, ist grundsätzlich positiv. Wir würden sogar weitergehen und die Wahlalterbegrenzung für Betriebsratswahlen gänzlich streichen. Trotzdem brauchen die Jugendlichen weiterhin ihre eigene gewählte Vertretung. Der Jugendvertrauensrat muss bleiben, denn nur er vertritt ausschließlich die Interessen der jungen ArbeitnehmerInnen. Das Konzept „Jugendliche vertreten Jugendliche“ hat sich bis jetzt ja auch voll bewährt, wir sehen hier keinen Grund, warum man das ändern sollte. Es sei denn, man will jungen Menschen ihre Mitbestimmung im Betrieb wegnehmen. Also wenn die Regierung das unter „Mitbestimmung stärken“ versteht, kommt wohl noch vieles auf uns zu."

"Aber warum ist es so wichtig, dass es einen eigenen Jugendvertrauensrat gibt? Können diese Anliegen nicht auch vom Betriebsrat mit übernommen werden?"

"Lehrlinge und junge Beschäftige wenden sich bei Problemen lieber an Gleichaltrige, das wissen wir aus unserer Erfahrung und unserem Kontakt zu Hunderten Jugendvertrauensräten und -rätinnen. Dabei ist es egal, ob es sich um die Arbeit, die Freundin, Kollegen oder die Berufsschule handelt, Jugendvertrauensräte stehen hier ihrer Basis zur Seite und intervenieren auch mal, wenn es zu Streitereien kommt. Der JVR kümmert sich außerdem darum, dass gesetzliche Bestimmungen zur Lehrlingsausbildung eingehalten werden und unterstützt die Weiterentwicklung der Lehrlingsausbildung direkt im Betrieb."

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