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Zahlen & Fakten zur Lehre

Die Zahl der Lehrlinge in Österreich ist in den letzten Jahren stets im Sinken begriffen. Laut einer Statistik der WKO wurden 2014 um 4,6 % (in Zahlen: über 5.500) weniger Lehrlinge in den Betrieben ausgebildet als noch 2013. In allen Bundesländern ist der Lehrlingsstand zurückgegangen. Eine Ausnahme bildet jedoch das Burgenland mit einem kleinen Wachstum an Lehrlingen von 1,5 %.

Weniger Lehrbetriebe

Die Gründe dafür liegen einerseits daran, dass die Zahl der in Österreich lebenden Jugendlichen im Alter zwischen 15–19 Jahren stetig abnimmt und andererseits, dass der Anteil der Betriebe, die Lehrlinge ausbilden, ebenfalls zurückgeht. Aufgrund des umfangreichen Schulangebotes entscheiden sich auch immer mehr Jugendliche lieber für eine weiterführende Schule als für eine Lehre. 1980 haben noch 47 % der Teenager eine Lehrausbildung begonnen: 2014 nur mehr 38,8 %. Obwohl der Bedarf an Fachkräften in Österreich rasant zunimmt!

Bevorzugte Lehrberufe

Die meisten Lehrlinge werden in den Sparten Gewerbe und Handwerk ausgebildet, gefolgt von Handel und Industrie. 2014 befanden sich über 115.000 Lehrlinge in 30.750 Betrieben in einer Ausbildung. Die meisten Lehrlinge werden in Oberösterreich (21,4 %), gefolgt von Niederösterreich (15,4 %), Wien (15,1 %) und der Steiermark (14,5 %) auf die Lehrabschlussprüfung vorbereitet. Das Burgenland (2,3 %) bildet das Schlusslicht, obwohl es als einziges Bundesland einen Zuwachs an Lehrlingen aufweisen kann.

Bei den Mädchen sind die beliebtesten Lehrberufe: Einzelhandel, Bürokauffrau und Friseurin/Perückenmacherin. Das betrifft 47,4 % aller weiblichen Lehrlinge in Österreich. Es lohnt sich daher für jeden Jugendlichen, auch an alternative Lehrberufe zu denken, um die Chancen auf eine dauerhafte Anstellung zu erhöhen.

36 % aller 15-jährigen Burschen wählen die Lehrberufe Modullehrberufe Metalltechnik, Elektrotechnik oder Kraftfahrzeugtechnik.

In Österreich bilden 14,4 % aller Betriebe Lehrlinge aus, wobei Oberösterreich und Wien an der Spitze liegen. In Wien beschäftigen beinahe 8 % aller Unternehmen auch Lehrlinge. 2014 betrug der durchschnittliche Lehrlingsanteil in ausbildungsaktiven Betrieben 6,6 %. Besonders hoch ist der Lehrlingsanteil im Bauwesen, in der Gastronomie/Beherbergung und in „sonstigen Dienstleistungen“.

Immer weniger Lehrlinge

33.000 Jugendliche haben 2014 eine Lehre begonnen. 2005 waren es noch über 38.500 Lehrlinge, davon fast doppelt so viele Burschen wie Mädchen.

Obwohl die duale Lehrlingsausbildung in Österreich weltweit als vorbildlich angesehen wird, ist das Image der Lehre hierzulande nicht besonders gut. Klar ist aber, dass in Österreich dringend Fachkräfte benötigt werden.

Da es für die Unternehmen immer schwieriger wird, Lehrlinge zu rekrutieren, sind die Firmen dazu übergegangen, sich aktiv bei jungen Menschen zu präsentieren. Mit besonderen Angeboten versuchen sie, die Jugendlichen für sich zu gewinnen.

Diese Wertschätzung beweist, dass Lehrlinge einen wichtigen Bestandteil jedes Betriebes darstellen und für seinen langfristigen wirtschaftlichen Erfolg wichtig sind. Ohne Lehrlinge und ausgebildete Fachkräfte ist eine florierende Wirtschaft nicht denkbar. Dieses Wissen stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein jedes einzelnen Lehrlings in Österreich, sondern wertet die Lehrausbildung auf.