Ein großer Schritt für Frankreich, ein kleiner für die EU
Bereits im Wahlkampf versprach Hollande, den harten Sparkurs Europas neu verhandeln zu wollen. Dagegen wehrte sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, die am Spardiktat festhält. Nach der Wahl Hollandes zum französischen Präsidenten muss die spöttisch mit "Merkozy" bezeichnete enge Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich neu gestaltet werden. Merkel verlor mit Sarkozy einen Verbündeten.
Ein letzter Funke Hoffnung. Gerade den krisengeschüttelten Euro-Ländern Südeuropas kommt das nur gelegen. Durch das Spardiktat schrumpft die Wirtschaft und die Arbeitslosenquoten steigen rasant an. Nicht nur die PolitikerInnen, auch die BürgerInnen Spaniens, Portugals, Italiens und Griechenlands setzen ihre Hoffnungen auf einen Wechsel in der EU-Politik: Weg vom Kaputt-Sparen, hin zu einer Wachstumsoffensive! Durch das Ende des französisch-deutschen Eurodiktats rückt Italien wieder auf in den Kreis der Führungsnationen. Italiens Ministerpräsident Mario Monti steht mit seiner Politik genau zwischen Merkel und Hollande. Vielleicht gelingt diesen Dreien ja eine Neuausrichtung der europäischen Politik und eine stabile Zusammenarbeit.
