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ÖGJ

„Ich möchte, dass es den Menschen besser geht!“

Evelyn Regner ist Gewerkschafterin und seit zehn Jahren Abgeordnete im europäischen Parlament. Dort ist sie eine der wichtigsten Stimmen für die ArbeitnehmerInnen Österreichs und Europas. hallo! hat sie anlässlich der EU-Wahl am 26. Mai zum Speeddate getroffen.

Weshalb ist es wichtig, dass eine Gewerkschafterin im EU-Parlament (EP) sitzt? Es macht einen Unterschied – ganz einfach! Wenn die Interessen der Beschäftigten in politische Prozesse einbezogen werden sollen, dann ist ganz wichtig, wer sie im Parlament vertritt. Zum Beispiel konnte ich unlängst als Chefverhandlerin beim Kampf gegen Briefkastenfirmen tolle Ergebnisse für die Beschäftigten erzielen. Das war mein persönlich größter Erfolg.

Warum sollten Jugendliche zur Wahl gehen, wenn bspw. das EP beim Artikel 13 gegen die Meinung vieler Jugendlicher gestimmt hat? Meine Tochter (12) schickte mir ein Video ihres Lieblings-YouTubers, der sich auslässt, dass sich das Europäische Parlament für Artikel 13 ausspricht. Darauf habe ich ihr Videos von meinen Reden zurückgeschickt. Ich bin gegen Upload-Filter, habe mich immer dagegen eingesetzt und auch dementsprechend gestimmt. In letzter Minute habe ich nochmal die Stimme erhoben und versucht, mit anderen Abgeordneten das Ergebnis der Abstimmung abzulehnen, es war sehr knapp, uns haben nur ca. fünf Stimmen gefehlt. Ich kann nicht mehr machen, als mich bis zur letzten Sekunde einzusetzen.

Du bist eine glühende Europäerin, warum kritisierst du trotzdem oft die EU? Natürlich! Ich bin auch glühende Österreicherin und kritisiere diese Regierung. Ich möchte, dass es den Menschen besser geht und dasselbe gilt auch auf europäischer Ebene. Wir müssen auch die Spielregeln der EU verbessern und für mehr Gerechtigkeit sorgen.

Was sind gerade die wichtigsten Themen in der EU? Die Soziale Frage im Zusammenwirken mit dem Klimawandel: also, dass der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht riesengroße Gebilde, die keine Steuern oder gescheite Löhne zahlen.

Würdest du deinen Kindern erlauben auf die „Fridays for Future-Demos“ zu gehen, obwohl sie dadurch die Schule schwänzen würden? Ich werde niemanden davon abhalten, sich für die Gestaltung der Zukunft einzusetzen. Mir ist das so lieber, als wenn meine Kinder die Schule stangeln würden, wie wir das früher gemacht haben (lacht). Eine Aufforderung an alle Jugendlichen wäre: mehr Zug zu fahren! Ich habe in meiner Jugend Interrail genutzt und bin überall hingekommen. Es war unglaublich cool und in einem dicht gedrängten Zug lernst halt fürs Leben.

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