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Die Klimakrise ist da!

Seit Monaten wird über kein anderes Thema so viel gesprochen wie über den Klimawandel. Das ist berechtigt und kommt eher zu spät als zu früh. Überall auf der Welt sehen wir bereits die desaströsen Folgen der Erderwärmung.

Der Klimawandel ist kein mögliches Problem der Zukunft. Nein, der Klimawandel ist längst da! Katharina Rogenhofer, Klimaaktivistin und Mitbegründerin des Klimavolksbegehrens, macht das deutlich: „In Österreich sehen wir jetzt schon die Auswirkungen der Klimakrise: Unsere Äcker vertrocknen, unsere Gletscher schmelzen, unsere Wälder sterben und wir alle leiden unter der Hitze.“ Katharina ist 25 Jahre alt, sie hat Biologie und Zoologie studiert.

Die Folgen. Seit Beginn der Industrialisierung wurden enorme Mengen an Treibhausgasen (THG) in die Atmosphäre ausgestoßen. Dadurch hat sich die weltweite Durchschnittstemperatur bereits um 1 °C erhöht. Das klingt harmlos, aber die Auswirkungen sind fatal. Der UN-Klimarat (IPCC) hat die große Dringlichkeit in der Klimafrage deutlich gemacht: Um die schlimmsten Folgen des Klimawandels abzuwenden, müssen wir die Erwärmung auf 1,5 °C beschränken. Bereits bis 2050 müssen wir unsere CO2-Emissionen quasi auf null setzen.

Klima ≠ Wetter. Zwischenrufe wie „Bei mir wird’s eh kalt, obwohl Sommer ist. Keine Spur vom Klimawandel“ kennst du bestimmt aus eigener Erfahrung. Dass das Unfug ist, liegt am Unterschied zwischen Wetter und Klima. Denn das Wetter zeigt kurzzeitige Erscheinungen an einem bestimmten Ort an. Unter Klima hingegen verstehen wir das „durchschnittliche Wetter“ in einer bestimmten Region. Dazu müssen wir daher über einen längeren Zeitraum die Wetterdaten aufzeichnen.

Im Treibhaus. Einfach gesagt halten die großen Mengen an THG die Sonnenstrahlen, die von der Erde reflektiert werden, davon ab, die Atmosphäre wieder zu verlassen. Die Folge: Erderwärmung, Eisschmelze in der Arktis und bei den Gletschern, steigender Meeresspiegel, Hitzewellen, häufigere Unwetter und mehr.
Beim Klimawandel geht es eben nicht um vereinzelte heiße Tage: Die letzten vier Jahre (2015–2018) waren die heißesten seit Beginn der Messgeschichte. Das ist kein Zufall, sondern eine Folge des vom Menschen gemachten Klimawandels.

Die Leugner. Genau das bezweifeln einige Menschen, die sogenannten „KlimaleugnerInnen“. Sie bestreiten, dass der Mensch an der Erderwärmung verantwortlich ist. „Klimawandel hat es schon immer gegeben“ sagen sie. Doch damit machen sie es sich zu einfach. Auch wenn es in der Klimageschichte immer wieder kältere und heißere Phasen gab, so war die Geschwindigkeit des Wandels viel, viel langsamer. Wir reden hier von Jahrtausenden oder mehr zwischen den Eiszeiten. Der vom Menschen gemachte Klimawandel hat erst begonnen, als im großen Stil Verbrennungsmotoren eingesetzt wurden. Wir sprechen also von weniger als 200 Jahren – ganz besonders von den vergangenen Jahrzehnten – und nicht von Jahrtausenden.

Lebensraum, Lebensstil. Die Veränderung im Klima stellt Menschen, Tiere und Pflanzen – kurz: alle Lebewesen – vor enorme Probleme. An den Polen wird es so heiß, dass der Lebensraum etwa für Eisbären verloren geht. Viele Arten sind vom Aussterben bedroht. Aber auch viele Menschen müssen um ihr Zuhause fürchten. Massive Wanderungsbewegungen werden die Folge sein, wenn der Meeresspiegel steigt: „10 Millionen Menschen, die in Küstennähe leben, müssten nicht vor dem Meeresanstieg flüchten, wenn wir die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzen“, erklärt die Umwelt-NGO Global 2000. Was den Lebensstil betrifft, so müssen wir wieder auf uns selbst schauen. Denn wir Menschen haben die Klimakrise verursacht, und nur wir können etwas dagegen tun!

Was tun? „Wir sind vereint durch eine Vision einer lebenswerten Zukunft“, so leitet Katharina die Forderungen des Klimavolksbegehrens ein: Klimaschutz soll in die Verfassung, also z. B. der verpflichtende Ausstieg aus Öl, Kohle und Gas. Eine weitere Forderung ist ein CO2-Gesetz, um die THG-Emissionen zu verringern. Wichtig sei es auch, Klimaschutz zu belohnen und niemanden zurückzulassen. D. h. BürgerInnen mit Subventionen entlasten und die Industrie zur finanziellen Rechenschaft ziehen. Und schließlich sollen Verkehr und Energie nachhaltig gemacht werden, vor allem durch ein breit ausgebautes und leistbares Öffi-Netz. Katharina macht klar: „Maßnahmen gegen die Klimakrise dürfen nicht mehr nur Lippenbekenntnisse oder Verhandlungssache sein!“

Soziale Frage. Ein entscheidender Aspekt beim Klimawandel ist die soziale Frage. Einerseits sind es vor allem privilegiertere BürgerInnen, die mehr CO2 verursachen. Etwa weil sie größere Autos haben, öfters mit dem Flugzeug oder einem Kreuzfahrtschiff reisen. Andererseits sind es aber vor allem jene Menschen mit weniger Geld, die besonders unter dem Klimawandel leiden. Zum Beispiel weil sie oft in Wohnungen mit weniger Schutz vor Hitze leben (keine Außenjalousien, keine Klimaanlagen etc.). Ganz besonders, weil ihr Arbeitsplatz bedroht sein kann, wenn sich die Wirtschaft umstellt. Das wird eine der größten Herausforderungen werden, nämlich mindestens so viele Jobs („green jobs“) zu schaffen, wie beim Umstieg auf nachhaltiges Wirtschaften in den alten Sektoren verloren gehen.

Globale Frage. Die reichsten Länder der Erde, v. a. in Nordamerika und Europa, haben in den letzten 200 Jahren fast den gesamten, vom Menschen gemachten THG-Ausstoß zu verantworten. China holt schnell auf. Leidtragend sind dabei ärmere Staaten im Süden der Welt, also in Afrika, Südamerika und Südasien. Auch zwischen den Staaten muss ein solidarisches Prinzip herrschen: Wer mehr an CO2 verursacht und mehr Mittel zur Verfügung hat, muss auch mehr zum Klimaschutz beitragen. Dazu zählt auch, die Folgen des Klimawandels zu managen. Wenn Menschen ihre Heimat wegen Dürre oder Meeresanstiegs verlassen müssen, brauchen sie einen Ort zum leben. Da reicht es nicht, die Grenzzäune hochzuziehen. Hier braucht es echte Lösungen!

Transformation. Egal wie man es dreht und wendet, eines ist klar: Wenn der Mensch noch einen Platz auf dieser Erde haben will, müssen wir uns verändern. Wir, das sind unsere Politik, unsere Wirtschaft und wir als Gesellschaft. Wir müssen unsere Produktion, unsere Landwirtschaft und unseren Verkehr auf nachhaltige Beine stellen. Das heißt, wir brauchen neue Arten von Treibstoff, neue Antriebstechnologien, mehr erneuerbare Energie. Das heißt aber auch, dass die Staaten mehr in Forschung und Entwicklung investieren müssen, mehr in den Ausbau der Öffis und mehr in den Schutz ihrer Wälder. Jedes Unternehmen und jeder/jede BürgerIn muss seinen oder ihren Teil beitragen. Katharina bringt es schließlich auf den Punkt: „Überall auf der Welt sehen wir jetzt gerade, dass Menschen auf die Straße gehen, ihre Stimmen erheben und der Politik ausrichten: Macht's endlich, es geht um unsere Zukunft!“

Linktipps:
klimavolksbegehren.at
global2000.at

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