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Aufklärung mit Angst und Scham

Voriges Jahr wurden von der Wochenzeitung „Falter“ die mehr als bedenklichen Workshopinhalte des christlichen Sexualkundevereins „TeenSTAR“ aufgedeckt. Die ehemalige Regierung hat darauf reagiert – mehr schlecht als recht.

„Homosexualität ist eine Krankheit, die man mithilfe des Glaubens heilen kann“, „Sex außerhalb der Ehe führt immer zu irreparablen emotionalen Schäden“, „Masturbation ist ein Zeichen des geringen Selbstwertgefühls“: Das sind die Inhalte, die der erzkonservative Verein „TeenSTAR“ an Schulen vermittelt. Note: nicht bestanden!

Mit der Veröffentlichung der geheimen Kursunterlagen wurde von Organisationen und besorgten Eltern der Wunsch laut, solche Vereine besser und strenger zu kontrollieren oder gar sie zu verbieten. Stattdessen hat der ehemalige ÖVP-Bildungsminister verordnet, dass externe Sexualkundeverein-Workshops nur im Beisein der Lehrperson gehalten werden dürfen.

Intimität. ExpertInnen der Plattform Sexuelle Bildung äußern ihre Bedenken; sie befürchten, dass die Anwesenheit der LehrerInnen die SchülerInnen in ihrer Freiheit einschränken könnte, offen und frei Fragen zu stellen. Die Rechtfertigung dieser Verordnung begründete der ehemalige Bildungsminister der ÖVP damit, dass das Lehrpersonal bei Inhalten, die nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprechen, einschreiten können. Doch bestimmte intime Themen will man nicht unbedingt ansprechen, wenn die Person im Klassenzimmer ist, die auch gleichzeitig die Noten vergibt.

Externe Sexualkundevereine spielen im Rahmen der sexuellen Bildung eine große Rolle. Sie sollten eine ergänzende Informationsquelle zur Schule oder den Eltern sein, daher ist es wichtig, die Inhalte der sexualpädagogischen Workshops genau zu überprüfen.

Angst und Scham: „TeenSTAR“ noch nicht aus Schulen verbannt. Wenn Vertrauenspersonen, wie beispielsweise jene Workshop-LeiterInnen von „TeenSTAR“, ihre Position ausnutzen, um im Zusammenhang mit unseren Körpern Angst und Scham zu verbreiten, macht das, vor allem junge Menschen, leichter anfällig für Selbstzweifel und ein falsches Sexualverständnis – und das ist unverzeihlich.

Und trotzdem, sogar nach dem Bekanntwerden der sexistischen und homophoben Inhalte, die wenig wissenschaftliches Fundament haben, darf „TeenSTAR“ weiterhin seine Workshops in unseren Schulen halten. Sie sind nach wie vor in über 20 Ländern aktiv und genießen die finanzielle Unterstützung der Bischofskonferenz (katholische Kirche) von über € 25.000 im Jahr.

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