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Speeddate mit Nicole Schöndorfer

Darf sie das?

Nicole Schöndorfer (29) will nicht nett und höflich sein, sondern laut! Die freie Journalistin betreibt seit Anfang des Jahres einen feministischen Podcast und erklärt warum.

Dein Podcast heißt „Darf sie das?“. Warum? Die Frage wird stark mit mir verbunden: Darf sie so laut sein? Darf sie eigentlich so radikal sein? Warum nimmt sie sich die Frechheit heraus, die Mächtigen oder das System zu kritisieren?

Wozu braucht es einen feministischen und lauten Podcast? Laut deshalb, weil man mit „nettem“ Feminismus nicht sonderlich weit kommt. Lieb fragen, ob man bitte nicht mehr diskriminiert werden kann, reicht nicht. Podcast deshalb, weil es mit der Stimme und der Emotionalität dazu gleich ganz anders wirkt als ein bloßer Text. Und feministisch deshalb, weil es wichtig ist zu erklären, dass das Patriarchat immer noch stark ist, und warum dabei vieles nicht in Ordnung ist.

Wie hat sich Österreich beim Thema Gleichstellung und Nichtdiskriminierung in den vergangenen Jahren entwickelt? Es ist wenig Substanzielles passiert. Die großen Schritte gehen noch auf die 90er-Jahre und früher zurück. Politisch wird das wenig thematisiert, außer vielleicht Hass im Netz. Die Strukturen werden meist ausgeblendet. Beim Thema Gewalt gegen Frauen wurde durch die schwarz-blaue Regierung sogar einiges zerstört.

Wie hängen Feminismus und Klassenkampf zusammen? Das muss immer zusammen gedacht werden, sonst ist es halt ein Feminismus nur für wenige. Es reicht nicht, wenn wir mehr Frauen in Aufsichtsräten haben. Dann geht es nur den zehn Prozent ganz oben gut, für den Rest ändert sich nichts. Die oben profitieren durch die Ausbeutung von den Frauen unten.

Welche Probleme bringt die ständige Verfügbarkeit von Pornos im Internet mit sich? Es ist die Art der Pornos: Viele sind voller frauenfeindlicher Gewalt- bis Erniedrigungsfantasien. Das prägt dann das Bild davon, wie man halt so Sex hat. Das ist für Männer irreführend. Aber es sind die Frauen, die vor allem darunter leiden. Viele haben das Gefühl: „Ich muss das so machen.“ Sie lernen nicht, was sie selbst wirklich mögen. Es geht nur um die Performance. Auch die Geschlechtervielfalt wird kaum abgebildet.

Du sagst: „Feminismus darf auch mit ins Bett.“ Was meinst du damit? Das soll heißen, dass die PartnerInnen auch miteinander über verschiedene Bedürfnisse reden und aufeinander achten. Junge Frauen sollen nichts machen müssen, was sie nicht wollen. Nein-Sagen – zu jedem Zeitpunkt – muss normalisiert sein. Der Körper einer Frau ist kein Objekt und nichts Mystisches.

Den Podcast findet ihr bei Spotify, iTunes, SoundCloud und auf darfsiedas.at

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