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ÖGJ

"Hilfsarbeit ist keine Ausbildung"

Ausbildungspflicht: Gewerkschaftsjugend sieht Verbesserungsbedarf

"Jugendliche, die ihre Ausbildung frühzeitig abbrechen, sind deutlich häufiger arbeitslos. Daher begrüßen wir die Einführung einer Ausbildungspflicht als Erweiterung der Ausbildungsgarantie", reagiert Sascha Ernszt, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), auf den Entwurf zum Jugendausbildungsgesetz. Es muss jedoch sichergestellt werden, dass es ausreichende und passende Angebote für die Jugendlichen gibt. "Wem nutzt eine Pflicht zur Ausbildung bis zum 18. Lebensjahr, wenn es zu wenige Ausbildungsplätze gibt. Die Jugendlichen können ihre Pflicht nicht erfüllen, solange sie davon abhängig sind, dass die Unternehmen freiwillig ausbilden", sagt Ernszt und fordert: "Vorrangig ist, dass die Ausbildungspflicht als Recht auf Ausbildung umgesetzt wird. Die jugendliche Hilfsarbeit muss vermieden werden."

Die ÖGJ fordert, dass die Ausbildungspflicht für alle Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr gelten muss. Derzeit wären nur die sogenannten NEETs vom Gesetz betroffen. "Statt die betroffenen Jugendlichen zu brandmarken, muss allen Jugendlichen die bestmögliche Qualifikation ermöglicht werden", fordert der ÖGJ-Vorsitzende. Auch den Ausschluss von asylberechtigten Jugendlichen sieht Ernszt problematisch.

Ernszt: "Hilfsarbeit ist keine Ausbildung"

Die Ausbildungspflicht soll unter anderem durch ein Beschäftigungsverhältnis erfüllt werden können. "Damit würde der Druck auf Jugendliche und auf die MitarbeiterInnen des AMS erhöht, beim Mangel an Ausbildungsplätzen den Weg in die Hilfsarbeit zu gehen, um die Ausbildungspflicht nicht zu verletzten. Dem Zweck des Gesetzes, die jugendliche Hilfsarbeit einzuschränken, würde ein Verbot der Hilfsarbeit deutlich näher kommen", betont der Gewerkschafter.

Das Eltern sanktioniert werden, wenn ihre Kinder der Ausbildungspflicht nicht nachkommen, ist für Ernszt nicht zielführend: "Keinesfalls darf es dazu kommen, dass Jugendliche mit Hilfe einer Strafandrohung gegen die Eltern dazu gebracht werden, Angebote für einen Ausbildungsweg anzunehmen, den sie nicht einschlagen wollen." Die Einnahmen durch die Verwaltungsstrafen sollten nur für Maßnahmen in Zusammenhang mit der Umsetzung der Ausbildungspflicht verwendet werden.

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