Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklärst du dich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden.

Datenschutzerklärung
ÖGJ

ÖGJ fordert Reform des dualen Ausbildungssystems

Tag der Lehre: Mehr Unterrichtsstunden in den Berufsschulen gefordert

"Die Bildungsreform muss mit einer Reform der Berufsschulen einhergehen", fordert Sascha Ernszt, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) anlässlich des Tages der Lehre. Denn auch beim dualen Ausbildungssystem gibt es viel Verbesserungspotenzial. "Die Regierung muss jetzt ein Berufsschulpaket schüren, das verbesserte Ausbildungsbedingungen und ein qualitätsgebundenes Fördermodell enthält. Nur dann wird die Lehrausbildung auch in Zukunft gut qualifizierte Fachkräfte hervorbringen", betont Ernszt. Die Gewerkschaftsjugend fordert eine Ausweitung der Berufsschulzeiten, eine Fachkräftemilliarde sowie die Übernahme der Internatskosten durch die Betriebe.

"Unternehmen erwarten von Lehrlingen immer mehr Kenntnisse und Fähigkeiten. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, müssen die Berufsschulen ausgebaut und modernisiert werden", fordert der Junggewerkschafter. Das ÖGJ-Modell sieht vor, dass in einem ersten Schritt ausnahmslos alle Lehrberufe auf 1.260 Berufsschulstunden angehoben werden, wie das bei fast 90 Prozent der Lehrberufe bereits der Fall ist. In einem zweiten Schritt soll die tägliche Unterrichtszeit von neun auf sieben Stunden verkürzt werden. Drittens sollen die angebotenen Unterrichtsfächer um beispielsweise Fremdsprachen und Sportangebote ausgebaut, und die Gesamtstundenzahl auf 1.680 Berufsschulstunden erhöht werden, indem ein zweiter Berufsschultag eingeführt wird. Ernszt: "Die Investitionen fließen direkt in eine bessere Ausbildung der Jugendlichen. Bei einer Verkürzung der täglichen Unterrichtszeit könnten zum Beispiel mehr Förderprogramme für lernschwache Lehrlinge und freie Fächer für lernstarke Lehrlinge angeboten werden."

Darüber hinaus fordert die ÖGJ eine Kostenübernahme der Internatskosten ausnahmslos für alle Lehrlinge. "Das würde den größten Belastungsfaktor im Bereich der Berufsschule entkräften und ermöglichen, dass sich die Lehrlinge auf ihre Lernziele konzentrieren können", so der ÖGJ-Vorsitzende. Der ÖGJ/AK-Lehrlingsmonitor ergab, dass 41 Prozent der Lehrlinge selbst für ihre Internatskosten aufkommen.

Qualitätsgebundenes Fördermodell statt "Gießkannenprinzip"

Auch auf betrieblicher Ebene sieht Ernszt einen Reformbedarf: "Die Ausbildungsfinanzierung muss auf eine gerechtere Grundlage gestellt werden, damit wieder mehr Unternehmen die Lehrlinge von Anfang an selbst ausbilden." Die ÖGJ hat dazu schon vor Längerem ein Konzept entwickelt. Dieses sieht einen Ausbildungsfonds (Fachkräftemilliarde) vor, in den Firmen einzahlen, die nicht ausbilden, obwohl sie es könnten, und aus dem Betriebe, die qualitativ hochwertig ausbilden, Förderungen erhalten. Der Fonds soll durch ein Prozent der Jahresbruttolohnsumme durch die Unternehmen finanziert werden. "Auch die Qualität der Ausbildung muss entscheidend dafür sein, welches Unternehmen wie viel Lehrstellenförderung bekommt. Das alte Gießkannen-Prinzip hat versagt", sagt Ernszt.

Artikel weiterempfehlen