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ÖGJ

Mindestens 700 Euro für Lehrlinge!

ÖGB-Jugendkongress fordert WLAN für alle Berufsschulen

"Bis zu einem Viertel der Lehrling fällt beim ersten Antritt bei der Lehrabschlussprüfung durch. Kostenlose Vorbereitungskurse werden hier für viele Jugendliche eine wichtige Hilfe sein. Damit aber mehr Lehrlinge bestehen, ist eine echte Reform der Berufsausbildung notwendig", begründet Sascha Ernszt, der erneut als ÖGJ-Vorsitzender kandidiert, den Leitantrag, der heute vom 35. ÖGB-Bundesjugendkongress einstimmig beschlossen wurde. Die Delegierten fordern einen Digitalisierungsschub an den Berufsschulen, mehr Qualität in der Lehre sowie eine Lehrlingsentschädigung von 700 Euro.

Viele Lehrlinge kommen am Ende der Lehrausbildung nicht an, weil sie ausgebeutet statt ausgebildet werden. "Das lässt sich nur ändern, indem die Lehrausbildung laufend streng kontrolliert wird. Die Ausbildung von Lehrlingen wird im Gegensatz zu jener von MaturantInnen nämlich nicht überprüft", kritisiert Ernszt. Derzeit könne jedes Unternehmen ausbilden, wie es möchte. Um das zu ändern, fordern die Delegierten die Auflösung der bei der Wirtschaftskammer angesiedelten Lehrlingsstellen. Stattdessen sollen unabhängige Behörden eine gute Ausbildungsqualität sicherstellen. Zugleich muss die Lehrlingsförderung auf neue Beine gestellt werden. Dazu fordern die Delegierten die Umsetzung des seit langem geforderten Ausbildungsfonds (Fachkräftemilliarde).

WLAN: Sogar Volksschulen sind besser ausgestattet

Um die Lehrausbildung für Jugendliche attraktiver zu machen, muss die Lehre aufgewertet, und die Rahmenbedingungen müssen modernisiert werden. Doch "während die Ausstattung und der Unterricht an den meisten Schulen immer digitaler werden, heißt es für viele Lehrling: Bitte warten", kritisiert Ernszt und fordert "einen flächendeckenden WLAN-Ausbau an den Berufsschulen und den verstärkten Einsatz neuer Medien im Unterricht". Mit einer WLAN-Abdeckung von 57 Prozent ist die Berufsschule der Schultyp mit der geringsten Abdeckung aller Schultypen.

Mindestens 700 Euro für Lehrlinge!

Der 35. ÖGB-Bundesjugendkongress fordert zudem eine kollektivvertragliche Mindestlehrlingsentschädigung in der Höhe von 700 Euro im ersten Lehrjahr. "In vielen Branchen sind höhere Lehrlingsentschädigungen überfällig. Bei Anhebung der kollektivvertraglichen Mindestlöhne müssen daher immer auch die Lehrlingseinkommen mit erhöht werden", so Sascha Ernszt. Mit der Erhöhung der Mindestlöhne/-gehälter auf 1.500 Euro und später auf 1.700 Euro steigt auch der Abstand zwischen dem Einkommen der Lehrlinge und jenem der HilfsarbeiterInnen stark an. "Durch den erhöhten Lohnunterschied würde die Hilfsarbeit im Vergleich zur Lehre deutlich attraktiver werden. Das muss verhindert werden."

Der 35. Bundesjugendkongress des ÖGB fordert weiters:

  • Berufsschulzeiterweiterung auf mindestens 1.260 Stunden für alle dreijährigen Lehrberufe, perspektivisch auf 1.680 Stunden. Maximale Unterrichtszeit auf sieben Stunden pro Schultag kürzen.
     
  • Der erste Antritt zur Lehrabschlussprüfung muss für alle Lehrlinge kostenfrei sein, unabhängig vom Zeitpunkt der Ablegung der Prüfung.
     
  • Eine erfolgreich absolvierte Lehrabschlussprüfung soll den Zugang zu Fachhochschulen und Universitäten im jeweiligen Berufsfeld ermöglichen.
     
  • Rechtssicherheit für die Crowdworking-Szene.
     
  • Deutliche Verkürzung der Arbeitszeit und eine Verteuerung von Überstunden.

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