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ÖGJ-Hofer: „Wer nicht einkaufen geht, hat einen leeren Kühlschrank!“

Mangel an Lehrstellensuchenden

„Das Klagen über den Mangel an Fachkräften können wir schon nicht mehr hören“, sagt Susanne Hofer, Bundesjugendvorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ). Die Wirtschaft sei selbst dafür verantwortlich. Wer jahrelang nicht ausbildet, brauche sich jetzt nicht wundern, keine fertig ausgebildeten Fachkräfte zu finden. „Das ist, wie nicht einkaufen zu gehen und dann über einen leeren Kühlschrank zu staunen“, so die ÖGJ-Vorsitzende.

Im Vergleich zum Vorjahr werden mehr Lehrstellen angeboten – vor allem in Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark. Das ist erfreulich. Die Frage ist, warum diese Lehrstellen noch immer offen sind? „Das Potential ist da. Nehmen Sie doch einen der über 8.800 Jugendlichen in einer überbetrieblichen Lehrwerkstätte oder einen der 8.600 Asylberechtigten, die sich für eine Lehre interessieren, auf, anstatt sich zu beschweren“, appelliert Hofer an die Unternehmer. Der kolportierte „Mangel an Lehrstellensuchenden“ könnte so ganz einfach gelöst werden.

Mangelnde Ausbildungsqualität

„Jede Schraube ist genormt und wird zehn Mal überprüft, aber der Lehrling, der sie einsetzt, wird in der ganzen Ausbildungszeit kein einziges Mal kontrolliert. Das ist Irrsinn!“, sagt die ÖGJ-Vorsitzende. Aber nicht nur die Lehrlinge, auch Betriebe, die sie ausbilden, sollten regelmäßig überprüft werden. „Das ist mit der Umsetzung des 12-Stunden-Tages umso wichtiger. Denn das neue Arbeitszeitgesetz macht es möglich, Lehrlinge als billige Arbeitskräften auszunutzen und sie nach der Berufsschule für die Abendschicht in den Betrieb zu holen“, so Hofer. Die ÖGJ fordert Kompetenzchecks für Betriebe, eine Mindestlehrlingsentschädigung von 850 Euro im 1. Lehrjahr und einen Ausbildungsfonds für mehr Qualität in der Lehrlingsausbildung.

ÖGJ-Modell für einen Ausbildungsfonds

Damit generell wieder mehr Betriebe ausbilden, hat die ÖGJ das Modell der Fachkräftemilliarde entwickelt. Die Gewerkschaftsjugend fordert einen Ausbildungsfonds (Fachkräftemilliarde), in den Firmen einzahlen, die nicht ausbilden, obwohl sie es könnten, und aus dem Betriebe, die qualitativ hochwertig ausbilden, Förderungen erhalten. Der Fonds soll durch ein Prozent der Jahresbruttolohnsumme durch die Unternehmen finanziert werden. Laut Prognosen wären das für das Jahr 2018 rund 1,8 Milliarden Euro, die für die Fachkräfte-Aus- und Weiterbildung verwendet werden könnten.

 

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