Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklärst du dich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden.

Datenschutzerklärung
ÖGJ

ÖGJ-Hofer: „Ein Minus an Lehrstellen ist sicher kein Grund zu feiern”

Regierung lässt 40 Millionen Euro einfach liegen. Es ist höchst an der Zeit wirksam zu handeln, statt Pressekonferenzen zu veranstalten.

Am Nationalfeiertag hat sich die Bundesregierung für ihren vermeintlichen Erfolg gefeiert, heute kümmert sich Ministerin Christine Aschbacher um das „Image der Lehre”. Davon hat Österreichs Jugend aber leider nichts. „PR-Auftritte produzieren vielleicht Headlines, aber keine Lehrstellen. Von neuen Namen und Titeln können sich die Jugendlichen auch nichts kaufen, wenn sie die Lehrstelle sowieso nicht bekommen”, kritisiert Susanne Hofer, Vorsitzende der Gewerkschaftsjugend und stellt klar: „Das statt 10.000 ‘nur’ 3.000 Lehrstellen fehlen, ist sicher kein Grund zu feiern.”

Die Lage bleibt angespannt. Statt etwas für die jungen Menschen zu tun, kommt die Regierung auf absurde und gefährliche Ideen. Offenbar sollen Jugendliche auf der Suche nach einer Lehrstelle künftig quer durch Österreich auf die Reise geschickt werden: „Wie kommt man in der schlimmsten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg auf die Schnapsidee, jungen Menschen zu sagen, sie sollen ihre Familie verlassen und hunderte Kilometer entfernt von zuhause eine Lehre beginnen? Will man in der derzeitigen Krisensituation wirklich 15-Jährige aus ihrem Umfeld reißen? Das ist sozial und finanziell völlig jenseitig”, ist Hofer schockiert.

Die „Taskforce zur Jugendbeschäftigung” ist für Hofer nicht mehr als ein PR-Gag. „Laut parlamentarischer Anfragebeantwortung gab es von Juli bis September lediglich vier Treffen zu je 1,5 Stunden. Externe ExpertInnen wurden dabei gar nicht gehört. Ernstgemeintes Interesse sieht anders aus”, kritisiert Hofer. Dabei suchen rund 10.000 junge Menschen eine betriebliche Lehrstelle, während gleichzeitig seit Jahren ein Fachkräftemangel beklagt wird. „Die Unternehmen müssen endlich aufhören zu raunzen und für sich selbst Verantwortung übernehmen. Wer ausbildet, hat auch Fachkräfte. Das ist eine einfache Rechnung”, stellt Hofer klar und erinnert: „Eine Fachkräftemilliarde fordern wir schon lange. Profitieren würden davon alle.”

Währenddessen schafft man es offenbar nicht einmal, das vorhandene Geld auch einzusetzen. 60 Millionen Euro wurden für den Lehrlingsbonus budgetiert, erst 20 davon wurden ausgeschöpft. „Viele Gemeinden und kleine Betriebe wollen auch jetzt ausbilden und brauchen dringend Unterstützung. 40 Millionen Euro einfach liegen zu lassen, das hilft niemandem. Vor allem in strukturschwachen Regionen könnte man mit diesem Geld jetzt dringend benötigte Lehrstellen schaffen ”, so Hofer. „Es wird Zeit von PR auf Arbeit umzuschalten und etwas für die jungen Menschen im Land zu tun”, appelliert Hofer an die Bundesregierung.

 

Artikel weiterempfehlen