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ÖGJ

Was ist ein Kollektivvertrag?

Kollektivverträge sind überbetriebliche schriftliche Vereinbarungen, die zwischen kollektivvertragsfähigen Körperschaften der ArbeitnehmerInnen und der ArbeitgeberInnen (in der Regel zwischen Gewerkschaften und ArbeitgeberInnenverbänden) abgeschlossen werden.

Diese Vereinbarungen gelten für die Arbeitsverhältnisse innerhalb ihres jeweiligen Geltungsbereiches (Branche, Gebiet, Angestellte bzw. ArbeiterInnen).

Regelungen in Kollektivverträgen dürfen durch Betriebsvereinbarungen (das sind schriftliche Vereinbarungen zwischen dem Betriebsrat und dem/der BetriebsinhaberIn, die z. B. Arbeitszeit, akkord-ähnliche Prämien und Entgelte für die ArbeitnehmerInnen regeln) und Arbeitsverträge nicht verschlechtert werden.

Auf ArbeitnehmerInnenseite werden Kollektivverträge in der Regel vom Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) und den einzelnen Gewerkschaften (GPA-djp, GÖD, GdG-KMSfB, Bau-Holz, PRO-GE, Vida, GPF) ausverhandelt und abgeschlossen.

Kollektivverträge gelten in der Regel für eine ganze Wirtschaftsbranche.

Inhalte eines Kollektivvertrags:

Im Kollektivvertrag sind alle wichtigen wechselseitigen Rechte und Pflichten aus einem Arbeitsverhältnis geregelt. Das sind vor allem Regelungen in Bezug auf Entlohnung (Mindestgehälter bzw. Mindestlöhne), Sonderzahlungen (Urlaubs- und Weihnachtsgeld) und Arbeitszeit.
Der Zweck des Kollektivvertrags ist, für eine möglichst große Anzahl von ArbeitnehmerInnen sowie für alle Branchen und Regionen sachgerechte  Lohn- und Arbeitsbedingungen festzulegen.

Wie kommt der Kollektivvertrag zustande:

Da der Kollektivvertrag eine Vereinbarung ist, müssen Verhandlungen geführt werden, um eine Einigung zu erreichen. Damit es überhaupt zu Verhandlungen kommt, stellen in der Regel die Gewerkschaften Forderungen auf und verlangen Verhandlungen darüber.
Die VertreterInnen der ArbeitnehmerInnen und der ArbeitgeberInnen müssen jedoch beide bereit sein zu verhandeln, andernfalls kann kein Kollektivvertrag bzw. keine Änderung eines Kollektivvertrags zustande kommen.
Damit ein neuer Kollektivvertrag abgeschlossen bzw. ein bestehender abgeändert werden kann, müssen die VerhandlungspartnerInnen inhaltlich zu einer Einigung kommen.
Häufig gibt es mehrere Verhandlungsrunden, die bis zu Streikmaßnahmen führen können.

Was leistet mein Kollektivvertrag für mich?

Im Kollektivvertrag werden viele Rechte von ArbeitnehmerInnen geregelt, die in keinem Gesetz verankert sind. Regelungen des Kollektivvertrages dürfen grundsätzlich durch Betriebsvereinbarungen und Arbeitsverträge nicht verschlechtert werden. Rechte und Ansprüche, die du dir sonst bestimmt nur sehr schwer mit deinem/deiner ArbeitergeberIn alleine ausverhandeln könntest, gelten für dich automatisch aufgrund des Kollektivvertrages. Das stärkt von vornherein deine Position gegenüber dem/der ArbeitgeberIn.

In unserer Übersicht „Das leistet der Kollektivvertrag für Sie“ kannst du sehen, was im Kollektivvertrag geregelt ist und was im Gesetz.

Hier die wichtigsten Inhalte von Kollektivverträgen auf einen Blick:

  • Die wöchentliche und tägliche Arbeitszeit in deiner Branche.
  • Überstundenregelungen und deren Abgeltung
  • Bezahlung von Zulagen (z. B. Schmutzzulagen, Zulagen für Bildschirmarbeit, Erschwerniszulagen)
  • Einstufung in ein Gehaltsschema, daraus resultierende Mindestentlohnung und z. B. Vorrückungen
  • Urlaubs- und Weihnachtsgeld

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