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Jugendvertrauensrat

Lehrverhältnis, Berufsbild und Co

Berufsausbildung

Die Berufsausbildung nach dem Berufsausbildungsgesetz (BAG) erfolgt einerseits in einem Lehrbetrieb und andererseits in der Berufsschule, gemeinsam bilden sie das sogenannte duale System. Die Lehrausbildung erfolgt in einem Lehrberuf, der in der Lehrberufsliste angeführt ist, und dauert je nach Lehrberuf zwischen 2 und 4 Jahren.

Berufsbild

Im Berufsbild steht alles, was man dich im Betrieb lehren muss. Dazu ist dein Lehrbetrieb verpflichtet. Bestell dir dein Berufsbild bei deiner Gewerkschaft.

Lehrverhältnis

Das Lehrverhältnis beginnt mit dem Zeitpunkt, ab dem du in den Betrieb eintrittst. Ein Lehrverhältnis ist nur dann eines, wenn du einen Lehrberuf erlernst, der in der Lehrberufsliste als solcher angeführt ist. Es gilt im Allgemeinen auch für Lehrlinge das Arbeitsrecht. Außer im Berufsausbildungsgesetz ist etwas anders geregelt.

Lehrvertrag

Die rechtliche Grundlage für deine Lehrausbildung ist der Lehrvertrag. Dieser wird für die Dauer der für den jeweiligen Lehrberuf vorgesehenen Lehrzeit abgeschlossen und ist somit einem befristeten Arbeitsvertrag gleichzusetzen. Bei minderjährigen Jugendlichen muss der Lehrvertrag von der/dem/den Erziehungsberechtigten mitunterschrieben werden und bedarf der Schriftform:

Der Lehrvertrag muss folgende Angaben enthalten:

  • Name und Anschrift des Lehrbetriebes, des/der Lehrberechtigten und des/der Ausbilders/Ausbilderin bzw. Ausbildungsleiters/Ausbildungsleiterin.
  • Tätigkeit des Lehrbetriebs
  • Standort der Ausbildungsstätte, an der der Lehrling ausgebildet wird
  • Name, Adresse, Geburtsdatum und Geburtsort des Lehrlings und bei minderjährigen Jugendlichen Name und Anschrift des/der Erziehungsberechtigten
  • Lehrberufsbezeichnung
  • Dauer der Lehrzeit
  • Beginn und Ende des Lehrverhältnisses
  • Datum des Vertragsabschlusses
  • Einverständniserklärung für die Aufnahme in ein Internat, wenn die Berufsschulpflicht nur in einer lehrgangsmäßigen Berufsschule erfüllt werden kann
  • Angaben über eventuelle Ausbildungsverbundmaßnahmen
  • Höhe der Lehrlingsentschädigung

Weiters können folgende Dinge vereinbart werden:

  • Vereinbarungen über die Übernahme von Verköstigungs-, Bekleidungs- und Wohnkosten durch den Lehrbetrieb
  • Vereinbarungen über die Gestaltung der Ausbildung (Ausbildungsplan)
  • Vereinbarung über die Übernahme von allfälligen Internatskosten durch den Lehrbetrieb
  • Der/Die Lehrberechtigte ist verpflichtet, den Lehrvertrag binnen 3 Wochen nach Beginn der Lehre an die zuständige Lehrlingsstelle weiterzuleiten.

Lehrling

Ein Lehrling ist eine Person, die aufgrund eines Lehrvertrages in einem Lehrberuf durch eine/n Lehrberechtigte/n fachlich ausgebildet und eingesetzt wird.

Lehrberechtigte

Die/der Lehrberechtigte hat für deine Ausbildung zu sorgen. Lehrberechtigte können sein:

  • natürliche Personen
  • juristische Personen, z. B. Genossenschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH), Aktiengesellschaften (AG) usw.)
  • Personengesellschaften des Handelsrechts (Offene Handelsgesellschaften (OHG), Kommanditgesellschaften (KG))
  • Mischformen (z. B. GmbH und Co. KG)
  • im Berufsausbildungsgesetz (BAG) genannte Lehrbetriebe wie z. B. Bundesforste, Post- verwaltung, Sozialversicherungsträger, Vereine usw.

AusbildnerIn

Der/die Lehrberechtigte kann deine Ausbildung entweder selbst vornehmen oder eine andere Person (AusbilderIn) mit deiner Ausbildung beauftragen. AusbilderInnen müssen folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • erforderliche Fachkenntnisse
  • AusbilderInnenprüfung oder AusbilderInnenkurs
  • entsprechende Beschäftigung im Betrieb

Ist der/die Lehrberechtigte keine natürliche Person, so muss ein/e AusbilderIn bestellt werden. Sind im Betrieb mehrere AusbilderInnen bestellt, so ist der/die Lehrberechtigte verpflichtet, eine Person mit der Koordination der Ausbildung zu betrauen (AusbildungsleiterIn).

Voraussetzung für die Lehrlingsausbildung

Der Betrieb muss die für die Ausbildung notwendigen Einrichtungen vorweisen und die im Berufsbild angeführten Ausbildungsinhalte vermitteln können. Der/die Lehrberechtigte bzw. der/die AusbilderIn müssen die erforderlichen Fachkenntnisse für den jeweiligen Lehrberuf besitzen. Lehrberechtigte bzw. AusbilderInnen müssen auch über die notwendigen pädagogischen Fähigkeiten verfügen.

Dauer des Lehrverhältnisses

Der Lehrvertrag wird für die Dauer der festgesetzten Lehrzeit für den jeweiligen Lehrberuf abgeschlossen. Die Dauer kann sich durch anrechenbare Zeiten (z. B. aus vorangegangenen Lehrzeiten im selben oder einem verwandten Lehrberuf) verkürzen. In solchen Fällen ruf uns einfach an, wir können dir dann sagen, ob dies in deinem Fall zutrifft oder nicht. Bist du über 4 Monate (z. B. durch einen Unfall) verhindert, den Lehrberuf zu erlernen, kann die Lehrzeit verlängert werden.

Weiterverwendungspflicht

Der/Die Lehrberechtigte ist verpflichtet, dich nach dem Ende deiner Lehrzeit noch mind. 3 Monate im erlernten Beruf weiterzubeschäftigen, sofern das Lehrverhältnis durch Zeitablauf oder die erfolgreich abgelegte Lehrabschlussprüfung, die frühestens 10 Wochen vor dem Lehrzeitende abgelegt werden darf, endet.

Die Weiterverwendungszeit steht dir also unmittelbar nach Ende der Lehrzeit, also entweder ab dem Enddatum aus dem Lehrvertrag oder ab dem auf die vorzeitige Lehrabschlussprüfung folgenden Montag, zu.

Die Weiterverwendungspflicht trifft nur für die/den Lehrberechtigte/n zu, somit hast du die Möglichkeit, am Ende deiner Lehrzeit zu entscheiden, ob du von der Weiterverwendungszeit Gebrauch machst oder nicht. Diese Wahlmöglichkeit hast du aber nicht mehr, wenn schon beim Abschluss des Lehrvertrages vereinbart wurde, dass die Weiterverwendungszeit ein befristetes Arbeitsverhältnis ist. Es sollte daher der Abschluss eines befristeten Arbeitsvertrages, vor allem auch im Hinblick auf einen allfälligen Kündigungsschutz (Mutterschutz, Präsenz- und Zivildienst), möglichst vermieden werden.

Die Weiterverwendungszeit kann sich auch auf die Hälfte verkürzen, wenn du die Hälfte oder weniger deiner Lehrzeit bei dem/der letzten Lehrberechtigten zurückgelegt hast. In manchen Kollektivverträgen, also durch die Kraft der Gewerkschaft und unserer Mitglieder, sind die Weiterverwendungszeiten verlängert (etwa im Handel oder in der Industrie).

Lehrzeugnis

Nach Beendigung oder bei einer vorzeitigen Auflösung des Lehrverhältnisses muss dir der/ die Lehrberechtigte auf seine/ihre Kosten ein Zeugnis ausstellen. Das Zeugnis muss Angaben über den Lehrberuf und die Dauer der Lehrzeit beinhalten. Formulierungen, die dir für deinen zukünftigen Berufsweg schaden könnten, sind nicht zulässig.

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