Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklärst du dich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden.

Datenschutzerklärung
ÖGJ

Corinna Milborn: "Unsere Demokratie ist in Gefahr"

Im hallo!-Speeddate spricht die Info-Chefin von Pro7-Sat1-Puls4 über Medien, Daten und Demokratie

Corinna Milborn ist eine der bekanntesten Journalistinnen in Österreich. Sie war NEWS-Chefredakteurin, arbeitete für den ORF und viele andere Medien. ­Heute ist sie Info-Chefin von Pro7-Sat1-Puls4 und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
Als Buchautorin und in Filmen setzt sie sich immer für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte ein.

Seit drei Jahren erlebt die Welt einen gewaltigen Wandel. Populismus, Brexit, Trump. Ist die Demokratie, wie wir sie heute kennen, in Gefahr?

Ich glaube ja. Ich hätte nicht gedacht, dass das in meiner Lebenszeit noch passiert. Man braucht nur nach Ungarn schauen, wo es schlimm um die Pressefreiheit steht.

Die EU steht seit Jahrzehnten für Freiheit, Menschenrechte und Demokratie. Durch Populismus und die Wahlniederlagen der großen Volksparteien könnte die EU zerfallen. Hast du Angst vor dem was kommt?

Ja, ich habe Angst. Wenn die Basis der Menschenrechte, die uns schützt, angekratzt wird, kann es gefährlich werden. Die EU muss ein Garant dafür sein, dass sich alles im Rahmen bewegt.

Geheimdienst-Hacker und Konzerne können heute schon über soziale Medien unser Denken und Wählen beeinflussen und Wahlergebnisse lenken. Was braucht es, um das zu verhindern?

Es ist sehr gefährlich, dass soziale Medien heute noch keiner Kontrolle unterliegen und sie sich nicht an Gesetze halten müssen, die für klassische Medien gelten. Das können Diktatoren für sich nutzen.

Soziale Medien wie Facebook zeigen uns genau die Informationen, die zu uns passen. Wir leben in Blasen, die uns die sozialen Medien vorgeben. Wohin kann das führen?

Information ist ein Grundpfeiler von Demokratie, und wenn unsere Wirklichkeiten durch solche Konzerne gesteuert und geformt werden, dann hat das Auswirkungen in der realen Welt. Die Konzerne verdienen mit Werbung Milliarden. Man muss Medienkonzerne zwingen, sich an die Regeln zu halten, denn sie wählen die Inhalte aus, die man sieht.

Facebook verkaufte unsere Daten an Unternehmen, die uns beeinflussen. Werden wir alle bald zu digitalen Sklaven der Konzerne?

Wenn es so weitergeht, ja. Die neuen Medienkonzerne kennen uns besser als wir uns selbst oder unsere besten Freunde.

Wie kann man Fake News erkennen und stoppen?

Falschnachrichten schauen heute oft genau gleich aus wie echte Nachrichten. Sei immer misstrauisch! Man muss sich genau anschauen, woher die Meldungen kommen und diese mit seriösen Medien vergleichen.

Dein neuestes Buch mit Markus Breitenecker heißt „Change the Game“ – wie soll das gehen?

Einzelne Länder haben da kaum eine Chance mehr. Aber wenn die EU gemeinsam auftritt, kann man die Konzerne zwingen, sich an Regeln zu halten.

Was können junge Leute tun, um die Demokratie, wie wir sie kennen, zu erhalten?

Jeder sollte zumindest eine Zeitung lesen, die von Journalisten geschrieben ist, die sich an Gesetze halten müssen. Sich informieren, Meinung bilden und sie auch vertreten!

Facebook
> LIKEN

Artikel weiterempfehlen