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ÖGJ

Drop-out bei Lehre mit Matura verringern

Chance vertan: Wieder kein Rechtsanspruch

Das Förderprogramm „Lehre mit Matura“ hat neue Vorgaben erhalten. Bewerberinnen und Bewerber müssen künftig ein Motivationsschreiben verfassen und Kursanbieter neue Qualitätskriterien erfüllen. Änderungen gibt es auch bei der Finanzierung. So soll die derzeit hohe Dropout-Quote gesenkt werden, so Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am 12. Februar.

Dass 36 Prozent der Lehrlinge die Lehre mit Matura wegen Zeitdruck oder zu hoher Belastung abbrechen, „passt ihm nicht ganz“. Eine Lösung biete er dafür aber nicht an, kommentierte Susanne Hofer, Vorsitzender Gewerkschaftsjugend (ÖGJ). „Obwohl sie auf der Hand liegt.“

Lehre mit Matura muss während der normalen Arbeitszeit ermöglicht werden

„Die Doppelbelastung mit Lehre im Betrieb, Berufsschule und dann noch den Maturavorbereitungskursen am Abend halten viele nicht aus“, sagt Hofer. 12-Stunden-Tage sind da schnell erreicht. Für Freizeit und Erholung oder Lernen bleibt dann wenig bis gar keine Zeit. Bildungsminister Faßmann habe erneut die Chance vertan, Lehrlingen die Möglichkeit für eine Lehre mit Matura zu erleichtern, denn „an der Doppelbelastung wird auch das von ihm eingeführte Motivationsschreiben nichts ändern“.

Nur ein Rechtsanspruch auf Lehre mit Matura während der Arbeitszeit werde die Belastung reduzieren und dazu führen, dass junge Menschen auch die Kraft haben, die Matura abzuschließen.

Lehre attraktiver machen

Viele Lehrlinge im Handel oder in der Gastronomie werden ohne Rechtsanspruch von der Lehre mit Matura sogar ausgeschlossen, weil die dort üblichen Arbeitszeiten und Dienstpläne nicht beides zulassen. Die Vorbereitungskurse finden am Abend statt, dann, wenn in diesen Branchen oftmals gearbeitet werden muss. „Es ist endlich Zeit für echte Maßnahmen und nicht nur für leere Worte. Wer die Lehre attraktiver machen will, muss in die Ausbildungsbedingungen und in die Qualität der Ausbildung investieren“, so die Vorsitzende. „An der Motivation der Jugendlichen scheitert es nicht.“

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